SENEC.Blog | 18. Juli 2018 | Keine Kommentare

Stefan Dietrich

Stefan Dietrich

Förderung für Stromspeicher – welche Angebote gibt es?

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Die Nutzung erneuerbarer Energien in Privathaushalten und Gewerbebetrieben wird auf unterschiedliche Art und Weise staatlich gefördert. Das hat zum einen klima- und umweltpolitische Gründe und soll zum anderen Hausbesitzern helfen, sich gegen steigende Strompreise zu wappnen. Bund und Länder haben dafür eine Vielzahl von Programmen aufgelegt, die wir an dieser Stelle beleuchten wollen.

Das wichtigste Förderinstrument stellt der Bund über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung. Das mit der Ziffer 275 geführte Produkt „Erneuerbare Energien – Speicher“ besteht aus zwei Teilen. Zum einen gewährt die KfW zinsgünstige Kredite über Finanzierungspartner, also Banken und Sparkassen, und zum anderen können Bauherren für diesen Kredit einen Tilgungszuschuss aus Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums beantragen.

Die Höhe des Zuschusses ist über die vergangenen Jahre kontinuierlich abgesenkt werden, seit dem 1. Januar 2018 beträgt er 10% der förderfähigen Kosten des Speichersystems. Das Programm umfasst den Neubau einer Photovoltaik-Anlage mit Stromspeicher > ebenso wie die Nachrüstung bestehender Anlagen mit einem Speicher, wenn die Photovoltaik-Anlage nach dem 31.12.2012 in Betrieb genommen wurde. Im Jahr 2017 hat die KfW insgesamt 6.900 Kredite für Stromspeicher bewilligt, was einem Gesamtvolumen von 123 Millionen Euro entspricht. Das Programm läuft allerdings Ende 2018 aus, ob es in Zukunft weitere Mittel geben wird, ist offen.

Geld sparen

Förderprogramme der Bundesländer und Kommunen

Darüber hinaus haben einige Bundesländer eigene Förderprogramme aufgelegt. Bayern etwa fördert im Rahmen seines  „10.000-Häuser-Programms >“ unter anderem Stromspeicher für PV-Anlagen mit einem Technik-Bonus, Nordrhein-Westfalen schießt Geld über das Programm „progres.nrw >“ zu. In Sachsen können über das Förderprogramm „Dezentrale Stromspeicher und Modellvorhaben >“ Zuschüsse von bis zu 40% der Ausgaben beantragt werden, und das Nachbarland Thüringen fördert Speichersysteme im Rahmen des Projektes „Solar Invest >“ mit bis zu 20% der Kosten. Baden-Württemberg hat mittlerweile auch nachgezogen und zahlt einen Zuschuss für die Anschaffung eines Stromspeichers. Brandenburg hat eine solche Förderung bereits angekündigt.

Selbst manche Städte und Gemeinden fördern den Einbau von Stromspeichern, teilweise direkt, oft über die Stadtwerke, deren Fördermaßnahmen aber nur den eigenen Stromkunden zugutekommen. Die Menschen in Freiburg und Friedrichshafen können ebenso von Zuschüssen profitieren wie die Kunden der Stadtwerke Marburg oder der Energie Waldeck-Frankenberg. Frag doch einfach mal nach, ob in deiner Gemeinde so etwas geplant ist. Wer weiß, vielleicht setzt du damit etwas in Bewegung.

Gerade das Förderpogramm 275 des Bundes und der KfW ist allerdings nicht unumstritten. Kritiker monieren vor allem, dass die Einspeisung in das Stromnetz auf 50% der Leistung der PV-Anlage begrenzt ist. Darüber hinaus sei das Antragsverfahren sehr kompliziert, und die Banken, über die die Kreditvergabe läuft, zeigen oft kein Interesse daran, die KfW-Kredite an die Kunden zu vermitteln. Auch dass es eine Förderung nur im Zusammenhang mit einem Kredit gibt, ruft die Kritiker auf den Plan. Das führt unter anderem dazu, dass laut einer Befragung des Marktforschungsunternehmens EuPD Research mehr als die Hälfte der Installateure Ihren Kunden davon abraten, die Förderung in Anspruch zu nehmen.

Kritik an Förderprogrammen

Gerade das Förderpogramm 275 des Bundes und der KfW ist allerdings nicht unumstritten. Kritiker monieren vor allem, dass die Einspeisung in das Stromnetz auf 50% der Leistung der PV-Anlage begrenzt ist. Darüber hinaus sei das Antragsverfahren sehr kompliziert, und die Banken, über die die Kreditvergabe läuft, zeigen oft kein Interesse daran, die KfW-Kredite an die Kunden zu vermitteln. Auch dass es eine Förderung nur im Zusammenhang mit einem Kredit gibt, ruft die Kritiker auf den Plan. Das führt unter anderem dazu, dass laut einer Befragung des Marktforschungsunternehmens EuPD Research mehr als die Hälfte der Installateure Ihren Kunden davon abraten, die Förderung in Anspruch zu nehmen.

Macht es Sinn, eine Förderung in Anspruch zu nehmen?

Ist es für dich also überhaupt sinnvoll eine Förderung in Anspruch zu nehmen? Wie so oft lautet die Antwort: Es kommt darauf an. Wer seinen Speicher sowieso kreditfinanzieren möchte, sollte sich die Zinssätze und den Tilgungszuschuss auf jeden Fall genau anschauen.

Wenn du eines der Angebote nutzen möchtest, solltest du auf jeden Fall schnell handeln, sobald die Förderung für das laufende Jahr bekannt gegeben wird. Die zur Verfügung stehenden Mittel sind begrenzt, und die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Nachfrage größer ist als das Angebot an Fördermitteln. Dazu kommt, dass das KfW-Förderprogramm Ende 2018 ausläuft, und es ist nicht klar, ob und in welcher Form die Förderung danach weitergeht.

Dr Stefan Dietrich

Dr. Stefan Dietrich ist Pressereferent bei der Deutschen Energieversorgung und verfolgt seit mehr als 10 Jahren aktiv die Entwicklung auf dem Erneuerbare-Energien-Markt.

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